Samstag, 22. September 2007

Finnisch

Viermal die Woche Finnisch, klingt viel, ist viel und bedeutet viel, viel Vokabel lernen.
Nur um einmal klarzumachen, was ich da grad lerne, hier ein paar Zitate aus zwei Onlinetexten, die die Unmöglichkeit des Finnischlernen sehr treffend beschreiben.

                
                Direkte Objekte

                Die meisten finnischen Grammatikbücher sind besonders einfach zu verstehen, wenn es um "direkte Objekte" geht. Es geht ungefähr so: Ein direktes Objekt im Finnischen (allgemein "Akkusativobjekt" genannt) kann im Nominativ, Genitiv oder Partitiv stehen. Um alles noch leichter verständlich zu machen, werden Nominativ und Genitiv "Akkusativ" genannt. Außerdem gibt es noch einen richtigen Akkusativ, der aber keinen besonderen Namen hat. Große Vorsicht ist erforderlich, wenn grammatische Bezeichnungen konstruiert werden. Wenn Sie das Wort "Akkusativ" sehen, kann es Nominativ oder Genitiv bedeuten, aber niemals Akkusativ; die Bezeichnung "Nominativ" kann Akkusativ bedeuten oder vielleicht Nominativ; "Genitiv" kann Akkusativ bedeuten oder einfach nur Genitiv, während "Partitiv" immer Partitiv ist, außer es könnte Akkusativ sein. Link

Den Partitiv habe ich schon gelernt. Man hängt einfach an das entsprechende Substantiv ein -a, -ä, ta, tä, tta oder -ttä. Man muss halt nur wissen welchen "tyyppi" man vor sich hat. Den maa-tyyppi, den salaisuus-tyyppi oder einen der anderen 12 tyyppis. Kann das jetzt nur nach deutschen Grammatikregeln in den Plural setzten "tyyppis", weil wir den Plural erst im Januar lernen. Da bin ich aber leider nicht mehr da, also werde ich im Finnischen nur von einzähligen Dingen sprechen können. Zahlen sind übrigens recht einfach, z.B. 8.479 - 
kahdeksantuhattaneljäsataaseitsemankymmenyhdeksan.
Zahlen werden auch dekliniert und hier sieht man wunderbar die Partitivendungen (fett gedruckt). Nur bei eins kommt nach einer Zahl der Nominativ und nicht der Partitiv. Bei null aber schon. So, jetzt aber nochmal tiefergehen:


           Effiziente Wortkreationen
In letzter Konsequenz ergeben sich rekordverdächtig lange und für den außenstehenden schwer zu erfassende Wortkreationen im Finnischen. Allein aus dem Verb „springen“, im Finnischen „hypätä“, lassen sich durch die Variation der letzten oder die Ergänzung einer Silbe ganze Wortgruppen bilden. Eine Person, die springt, ist beispielsweise „hyppääjä“. Eine Person, welche mehrmals springt wird in Suomi mit „hyppijä“ umschrieben, hüpft sie dagegen nur leicht, verwendet man die Bezeichnung „hypähtäjä“. Bis hierher verstanden? Gut, denn hüpft eine Person nur leicht, aber mehrmals, dann sprechen die Finnen von „hypähtelijä“. Die ganze Prozedur lässt sich unendlich fortsetzen: Für einen Mann oder eine Frau, welche jemanden zum Springen veranlassen, steht im Finnischen das Wort „hyppäyttäjä“, wird der Betreffende wiederum zum mehrmaligen Springen bewegt, spricht man von „hyppyyttäjä“, wird er nur zum Hüpfen verleitet, verwendet man „hypähdyttäjä“. Motiviert eine Person eine andere aber zum mehrmaligen leichten Hüpfen, so bezeichnet man die Frau oder den Mann als „hypähtelyttäjä“. Leicht nachvollziehbar, oder? Link

Ist es nicht eine wunderbare Sprache? Wie Keikki Kangasniemi, mein Finnischlehrer in akzentbelastetem "Fiiinis is än iiiisi längiwitsche!" zu sagen pflegt.